Sommerlager

Am Montag der ersten Ferienwoche der Sommerferien brachen wir, knapp 40 Pfadfinder aus Nieder- Olm und Harxheim voller Vorfreude auf zu unserer Zeitreise in die Steinzeit. Wider Erwarten hatte keiner unserer Züge Verspätung, so kamen wir alle gut gelaunt am Lagerplatz an. Dieser lag im Lilienwald nordöstlich von Frankfurt. Nachdem wir unsere steinzeitlichen Höhlen bezogen hatten, mussten wir leider feststellen, dass doch nicht alles nach Plan lief. Uns, dem Steinzeitstamm, war die Nahrung ausgegangen, unsere Felle waren löchrig, die Behausungen kurz vor dem Einsturz und gefährliche Krankheiten suchten die Dorfbewohner heim. Dafür konnte es nur einen Grund geben: unser Schamane schaffte es nicht mehr alleine, die Gunst der Götter auf uns zu ziehen. Also musste der ganze Stamm mit anpacken. Am zweiten tag machten wir uns bei einem Geländespiel an das Auffüllen unserer Nahrungsbestände. Die Gefahr des Verhungerns war also vorerst gebannt und wir konnten nach einem langen Tag erschöpft, aber gesättigt einschlafen. Der nächste Tag brach- mal wieder viel zu früh- mit viel Sonnenschein an. Kreativität war gefragt: Beutel entstanden und wurden bunt angemalt, Armbänder geknüpft und sogar die Kleidung wurde bunter. Wir batikten in einem Sud aus Walnussblättern einige unserer T-Shirts und Socken. Mit viel Schokolade und Keksen überstanden wir auch die Schauer, die nachmittags auftauchten. Am nächsten Tag stand ein Ausflug zu einem Spielplatz auf dem Programm. Alle waren guter Laune, was aber auch daran lag, dass der Weg nicht zu lang und so für alle gut zu bewältigen war. Auch dieser Tag verging wie im Flug, und so wurde es auch schon Freitag. In AKs lernten alle, wie man in der Steinzeit Feuer machte und Brot backte. Dies war gut zu kombinieren, denn der Feuer-AK konnte den Lehmofen, der zum Brotbacken gebraucht wurde, schon mal einheizen. Der Lehmofen war natürlich das Highlight des Lagers. In den ersten Tagen waren alle noch mit seinem Bau beschäftigt, doch siehe da, an diesem Tag konnten wir feststellen, dass sich die harte Arbeit gelohnt hatte. Das selbstgebackene Brot schmeckte ausgezeichnet, und als dann die Küche auch noch Butter herbeizauberte, glaubten sich alle im siebten Himmel. Auch am nächsten Tag bereicherten Köstlichkeiten aus dem Lehmofen den Tag. Der Lauf stand auf dem Programm. Die Gruppen jagten Bären mit Wasserbomben, kämpften sich durch den Urwald und improvisierten ein Theaterstück. Zur Belohnung gab es für alle Gruppen – wenn sie erstmal den Weg wieder zurückgefunden hatten – frische Bruschettas (natürlich aus dem Lehmofen) und Wassereis. Doch je später es wurde desto trauriger wurden alle, schließlich würde es am nächsten Tag schon wieder nach Hause gehen… Am nächsten Tag schien wie den Großteil der Woche wieder die Sonne, die Rucksäcke wurden gepackt und die Jurten abgebaut. Wir verließen den riesigen Lagerplatz (der zwar sehr groß ist und sogar einen Bach hat, aber trotzdem nicht zu empfehlen ist-als wir die Rechnung bekamen waren wir ziemlich verwundert über ihre Höhe…) und kamen nach einer kurzen Zugfahrt wieder heil in Nieder-Olm an.

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