Osterhajk

Unterwegs im Wilden Westen

Vom 9.-14.4. 2012 stürzten sich 6 mutige Lohengriner aus der Gruppe “14+6 Fäuste für ein Halleluja” in ein Abenteuer im Wilden Westen anlässlich des diesjährigen Osterhajks. So trafen wir uns um 7:00 Uhr am Nieder-Olmer Bahnhof, um nach 4 Stunden Fahrt dann im saarländischem Mettlach anzukommen, wo die Suche nach den tückischen Banditen begann. Nach einem ersten Fotoshooting bekamen wir dann unser erstes Rätsel, was wir trotz altertümlichen Karten und dank eines leicht zu fälschendem Notbrief schnell lösten und machten uns auf zum Stausee in Losheim. Dort bekamen wir als Aufgabe, aus Tausenden von Centmünzen ausländische herauszusuchen und den Sheriffs zu übergeben. Da es an dem See sanitäre Einrichtungen gab, die für uns Cowboys beeindruckend stabil und hygenisch waren, nutzten wir die Gelegenheit einer trockenen Nacht und schlugen unser Lager unter dem Vordach der Toiletten auf. Auf 2×3 Metern quetschten wir uns alle auf die Isomatten und verbrachten letztenendes eine nicht sehr bequeme Nacht mit den Füßen des Nachbarn als Kopfkissen, in der wir aber immerhin nicht frierten oder nass wurden. Am nächstern Morgen rafften wir uns früh auf und begannen mit unserer Wanderung ins Holzbachtal bei Weiskirchen, wobei wir auf einer kurzen Strecke auch die Möglichkeit des öffentlichen Kutschenverkehrs nutzten. An einer gut versteckten Brücke an einem reißendem Bach stellten wir unsere Angelkünste unter Beweis, wobei wir so ungewöhnliche Dinge wie Melonen und Reis angelten. Daraus bereiteten wir dann ein schmackhaftes Dreigängemenü, bei dem wir auch die Reste des Vorabends verarbeiteten. Weiter ging es dann zur Ruine Grimburg, auf dem Weg dahin unterlag Bine jedoch den Strapazen einer schweren Lungenentzündung und wurde von einem ehrenwerten Sheriff samt unserem Gepäck zum nächsten Posten gefahren. Leider stimmte der uns beschriebene Weg nicht ganz, so mussten wir mitten im Wald leider den Rückzug antreten und uns von frommen Dorfbewohnern zum Posten fahren lassen. An der Grimburg angekommen beschlossen wir, den Posten zu vertagen und schliefen in einer verlassenen Hütte, so verbrachten wir die zweite Nacht mit ungewohnt komfortablen Wasserklosetts. Der Posten am nächsten Morgen verlangte uns kreative Kräfte ab, wir dichteten mit Mühe einen Countrysong, der all unseren Tatendrang und Mut beschrieb. Leider ohne Bine und Caro, die aufgrund der Krankhrit am letzten Abend abgeholt worden waren, setzten wir unsere Reise nach Hermeskeil fort, wobei die Orga uns diesen Ort freundlicherweise unabsichtlich verraten hatte. Nachdem der Wettergott uns in den letzten Tagen nicht sehr freundlich gesinnt war, schickte er uns an diesem Tag nur wenige Schauer, zusammen mit einer angenehmen Laufstrecke war also die perfekte Basis für einen erfolgreichen Tag gelegt. In Hermeskeil machten wir uns auf die Suche nach einigen flüchtigen Banditen, die wir nach kurzer Zeit fanden. Dabei erkundeten wir die Stadt bis ins kleinste Detail und belohnten uns am Ende mit einer großzügigen Schokoladenpause. Geschockt von der langen Strecke, die wir laut Rätsel bis zum nächsten Tag zu bewältigen hatten, gaben wir unserern Pferden die Sporen und galoppierten auf der Landstraße in Richtung Bostalsee. In Otzenhausen gönnten wir uns eine längere Verschnaufspause und verzehrten größere Mengen von gefrorenem Wasser, Zucker und Geschmacksverstärkern. Gestärkt liefen wir mit immer stärker schmerzenden Füßen mangels nobel genügendem Schlafquartier bis zur nächsten Station, wo wir unseren Füßen eine Abkülung im See und uns ein fantastisches, leider ungesalzenes Essen gönnten. An dem abermals trockenem Schlafplatz schliefen wir aus, bis uns der Posten am nächsten Morgen weckte: Auf leeren Magen wurde von uns verlangt, Chili sin Carne in 4 verschiedenen Schärfegraden zu essen, was uns all unsere Kräfte abverlangte. Das Rätsel schickte uns zum fernen Homerkopf, wohin wir nur über mehrere Berge hingelangen konnten. Dort lieferten wir uns einen mächtigen Schusswechsel mit Wasserbomben mit dem Volk der Tellabohnen, den wir mangels Munition knapp verloren. Auch das nächste Rätsel – ein Rubikwürfel – lösten wir im Nu und machten uns auf zum Zinkweiler Hof, was abermals eine sehr weite Strecke war. Gegen halb neun fragten wir in Rückweiler nach einem geeignetem Schlafquartier und setzten sofort die gersamte Siedlunbg in Bewegung. Der Deputy höchstpersönlich organisierte und einen Schlafsack im alten Feuerwehrhaus und rief die Feuerwehrwache, um den historischen Ölofen anzuheizen. So verbrachten wir die dritte Nacht sehr warm und angenehm, da ein alter Mann uns seine gesamten Schokoladen- und Kuchenvorräte schenkte, die er wegen seines erhöhten Zuckerspiegels ohnehin nicht essen durfte. Nach einigen Gute-Nacht-Pralinen und dem angehängtem Gruppenfoto schliefen wir irgendwann erschöpft ein. Am nächsten Morgen klingelte unser Wecker um 5:15 Uhr, trotzdem standen wir unausgeschlafen auf, da wir unsere luxeriöse Behausung schon bald wieder an unsere Gastgeber abtreten mussten. Im Dunkeln liefen wir die letzten Meter zu unserem Ziel und konnten dabei einen tollen Sonnenaufgang in der Idylle der saarländischen Wüste erleben. Um ca. 7:40 Uhr erreichten wir dann die Station, wo wir in klirrender Kälte auf die Ankunft des Postens warteten. Hatten wir bei der letzten Station noch unsere Treffsicherheit mit Wasserbomben erprobt, so übten wir nun mit scharfer Munition auf Dosen, was uns zielsicheren Schützen natürlich super gelang. Ca. 2 Stunden später floren wir vor der aufkeimenden Kälte und den gerade ankommenden Gruppen zum nächsten Posten auf der Burg Lichtenfels. Nach einem aufregendem Ritt standen wir vor der schwersten und schmerzhaftetesten Herausforderung des Weges: Ein schier endloser Berg ragte vor uns empor und mangels hinreichend starker Pferde mussten wir ihn mit eigener Muskelkraft erklimmen. Als wir schnaufend oben angekommen waren, stellten wir uns direkt der nächsten Aufgabe: Stark wie wir waren verbogen wir Drähte zu unserem Gruppenlogo und pressten sie glühend auf das Fell unserer Pferde, um uns vor eventuellen Diebstählen zu schützen. Danach folgte mit Kartofelbrei, Rotkraut und Bratwürstchen ein regelrechtes Festmahl, während dem wir versuchten, das nächste Rätsel, bestehend aus einer CD der berühmten Band Bunny Beavers, zu lösen. Unter einigem Gelächter hörtem wir uns die Songs in einem Auto an, beschlossen aber, unsere Lösung nochmal zu überprüfen und fälschten der Notbrief, der uns unsere Lösung Altenglan bestätigte. Als es auf dem Weg dahin immer dunkler wurde, verzweifelten wir langsam, da wir immer noch kein Schlafquartier gefunden hatten. Wir bauten uns mit einem Imbiss im Burger King wieder auf und bekamen am Ende einen Schlafplatz in den Kutschunterständen eines noblen Saloons. Am nächsten Morgen erreichten wir – abermals vor dem Posten – den Altenglaner Bahnhof und gönnten uns ein ausgedehntes Frühstück. Nach einer schnellen und anstrengenden Draisinentour machten wir uns zur letzten Etappe auf. Auf einem Rastplatz wuschen wir uns die Haare und warteten, bis uns befreundete Cowboys in ihrer Kutsche bis zum Endlagerplatz bringen konnten. Dort vermehrten wir unser Geld beim Pokern und belohnten uns für die Strapazen der Woche mit Riesenburgern. Der Hajk endete mit einem tollem Abschlussabend, bei dem viel gesungen, gelacht und geredet wurde. Außerdem wurden die Platzierungen verkündet: Wir hatten unser Ziel perfekt erreicht und waren von den noch verbliebenen Gruppen vorletzter geworden, was für uns ein großer Erfolg war! Nach kurzem Schlaf bauten wir die Zelte ab und machten uns mit dem Zug wieder nach Hause auf, völlig übermüdet und erschöpft, aber mit vielen neuen tollen Erfahrungen und Erinnerungen.

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